Lake Tahoe

Nach unserem kurzen Aufenthalt in San Francisco ging es weiter nach Truckee. Dort blieben wir für zwei Nächte.

Da wir beide noch nicht 21 Jahre alt waren, konnten wir leider für die Reise auch kein Auto mieten. Deswegen reisten wir mit Zug und Bus. Eines kann ich euch bereits sagen: Wartet mit eurer Amerikareise bis ihr alt genug für das Mieten eines Wagens seid, denn das öffentliche Verkehrsnetz in den USA ist nicht gerade das beste! Nichtsdestotrotz trafen wir nach vielen Stunden Fahrt endlich in unserem Hostel in Truckee ein.

Truckee

Truckee ist eine kleine Stadt nördlich des bekannten Lake Tahoes. Mit seiner holzigen Häuserreihe an der Hauptstrasse versprüht die Stadt ein einzigartiges Westernflair. Zudem befinden sich in Truckee einige einzigartige Shops und Restaurants, die zum abendlichen flanieren anregen.

Von Truckee aus erreicht man den Lake Tahoe mit dem Bus innerhalb ca. einer Stunde.

Der See

Der Lake Tahoe liegt auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Kalifornien und Nevada und ist etwa 497km2 gross. Rund um den See gibt es viele wunderschöne Strände. Die meisten von ihnen sind jedoch von der Strasse her nicht sichtbar, sondern hinter den Bäumen und Privatgrundstücken versteckt.

Speedboat Beach

Der einzige Strand, den wir besuchten, war die Speedboat Beach. Dieser einzigartige Sandstrand ist vor allem für seine grossen runden Felsen im Sand bekannt. Leider stand uns nicht viel Liegefläche zur Verfügung, da es im Winter zuvor sehr geschneit hatte und der Wasserspiegel wegen des vielen Schmelzwassers sehr hoch war. So stand ein Grossteil des Strandes unter Wasser. Wir breiteten deswegen unsere Badetücher auf einem Felsen aus.

Wandern

Im Sommer kann man rund um den Lake Tahoe auch auf unzähligen verschiedenen Wanderwegen wandern gehen. Diese sind in leicht, mittel und schwierig unterteilt. Fabio und ich versuchten uns an einer mittelschweren Wanderung in Squaw Valley, einem bekannten Wander- und Skigebiet nördlich des Sees. Das Ziel: Innerhalb von 2,5h auf den Gipfel und vor Feierabend gratis mit der Gondel nach unten fahren - Laut Reiseführer für Ungeübte durchaus machbar.

Das Schicksal machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Der versprochene Weg war eher schlecht zu erkennen. Ausser verwaschene Farbmarkierungen auf den Felsen all paar hundert Meter deutete nicht viel darauf hin, dass sich dort schonmal Menschen befunden hätten. Wir kamen also ständig vom Weg ab und fanden zum Glück immer irgendwann wieder zurück. Unterwegs trafen wir ein paar wenige Wanderer, die jedoch auch nicht mehr wussten als wir. So beschlossen wir, als wir vor unserer letzten Etappe bereits 2,5h unterwegs gewesen waren, umzudrehen und den selben Weg zurückzugehen. Die letzte Talfahrt der Gondelbahn hatte nämlich zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen. Wir waren also zu spät. Nun wollten wir natürlich nicht riskieren, den Abstieg im Dunkeln antreten zu müssen. Zumal in dieser Gegend auch Bären und andere Raubtiere leben.

Recht erschöpft und ohne Wasser drehten wir also um und machten uns auf Richtung Talstation. Unterwegs fanden wir sogar eine GoPro, die, wie sich herausstellte, ein Junge im Winter bei Skifahren dort verloren hatte. Zudem konnten wir unsere Wasserflaschen an einem Bergbach mit glasklarem Wasser auffüllen. Etwa 2h später kamen wir müde, aber wohlbehalten unten an.

Diese Wanderung war wohl das grösste und gefährlichste Abenteuer unserer Reise.